Für Ihre Gesundheit

kvt Kassenärztliche
Vereinigung Thüringen

Wann der ärztliche Bereitschaftsdienst für Sie die richtige Adresse ist

Überfüllte Gänge, wartende Patienten und Ärzte, die zwischen Notfällen und Patienten mit starker Erkältung rotieren. Das ist nicht selten das Bild in Notaufnahmen, wenn an Wochenenden oder Feiertagen die Arztpraxen geschlossen sind. Der Grund: Viele Menschen suchen sofort das Krankenhaus auf, wenn sie außerhalb der Sprechzeiten einen Arzt benötigen. Dabei ist die Notaufnahme nur für lebensbedrohliche oder folgenschwere Notfälle gedacht.

Wer kein Notfall ist, aber akut ärztliche Hilfe braucht, sollte sich außerhalb der regulären Sprechzeiten an den ärztlichen Bereitschaftsdienst wenden: entweder direkt in einer von über 600 Bereitschafts-dienstpraxen in Deutschland oder über die bundesweit einheitliche Nummer 116117. Anrufer werden – je nach Wohnort – an eine regionale Leitstelle der Kassenärztlichen Vereinigungen durchgestellt. Dort nehmen geschulte Mitarbeiter das Anliegen der Patienten auf und geben den Standort der Bereitschaftspraxis durch. Sollte der Patient das Haus aus gesundheitlichen Gründen nicht verlassen können, organisieren die Mitarbeiter auch einen Hausbesuch.

116117 oder 112? Wann Sie sich an den Bereitschaftsdienst oder Rettungsdienst wenden

Wann man sich an den ärztlichen Bereitschaftsdienst (116117) wendet oder besser sofort den Rettungsdienst (112) ruft, hängt von den Symptomen ab. Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, rät: „Wenn Menschen lebensbedrohlich oder folgenschwer verletzt sind oder sich aufgrund ihrer Beschwerden Sorgen um ihr Leben machen, sollte man sofort den Rettungsdienst rufen. Dieser kommt binnen Minuten, leistet erste Hilfe und überstellt den Patienten wenn nötig direkt ins Krankenhaus. Ist der Patient nicht lebensbedrohlich erkrankt, kann er aber auch nicht bis zur nächsten Sprechstunde warten, sollte er sich an den ärztlichen Bereitschaftsdienst wenden. In Bereitschaftsdienstpraxen kommt es wie in Notaufnahmen aber mitunter zu Wartezeiten, da die Behandlung der Patienten nach Dringlichkeit erfolgt.“

Typische Fälle für den Rettungsdienst (112) sind zum Beispiel Bewusstlosigkeit, starke Brust- oder Herzschmerzen, schwere Atemnot, akute und anhaltende Krampfanfälle, Vergiftungen, Verbrennungen und Unfälle mit Verdacht auf schwere Verletzungen. Typische Fälle für den ärztlichen Bereitschaftsdienst (116117) sind zum Beispiel eine starke Erkältung mit Fieber, anhaltender Brechdurchfall, starke Hals- oder Ohrenschmerzen oder akute Bauchschmerzen.

In manchen Fällen, so Gassen, muss aber selbst der Weg zum Bereitschaftsarzt nicht sein. „Wenn Patienten ihre Beschwerden einordnen können und einfache Hausmittel oder Medikamente vorerst helfen, sollten sie bei anhaltender Erkrankung am nächsten Werktag zu ihrem Hausarzt gehen.“

Haus- und Fachärzte: Diese Ärzte arbeiten im Bereitschaftsdienst

Am ärztlichen Bereitschaftsdienst nehmen Ärzte aller Fachgruppen teil. In einigen Regionen gibt es spezielle Bereitschaftsdienste mit Kinder- und Jugendärzten, Frauenärzten, Hals-Nasen-Ohren-Ärzten und Augenärzten. So auch in Thüringen. Bei akuten Zahnschmerzen hilft der zahnärztliche Bereitschaftsdienst weiter. Mehr Informationen zum zahnärztlichen Bereitschaftsdienst finden Sie hier: www.zahnarzt-notdienst.de

Anders als in Krankenhäusern sind Ärztinnen und Ärzte in Bereitschaftsdienstpraxen nicht angestellt. Hier sind niedergelassene Ärzte tätig, die diesen Dienst zusätzlich zu ihrer täglichen Arbeit in der Praxis leisten. Bereitschaftsärzte arbeiten entweder in der eigenen Praxis, in zentralen Bereitschaftsdienstpraxen oder in so genannten Portalpraxen, die direkt in Krankenhäusern angesiedelt sind. Auf www.116117.de können sich Patienten über Standorte von Bereitschafts-dienstpraxen in ihrer Nähe informieren.