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kvt Kassenärztliche
Vereinigung Thüringen

Fragen und Antworten zu Covid 19 Impfungen in Thüringen

Allgemeines

Was ist COVID-19?

Coronaviren sind seit Jahrzehnten bekannt. Seit dem Jahreswechsel 2019/2020 zirkuliert weltweit ein neuartiges Coronavirus, das SARS-Coronavirus-2 (SARS-CoV-2), welches der Erreger der Krankheit COVID-19 (Corona Virus Disease 2019) ist. Zu den häufigen Krankheitszeichen von COVID-19 zählen trockener Husten, Fieber (über 38 °C), Atemnot sowie ein vorübergehender Verlust des Geruchs- und Geschmackssinnes. Auch ein allgemeines Krankheitsgefühl mit Kopf- und Gliederschmerzen, Halsschmerzen und Schnupfen werden beschrie-ben. Seltener berichten Patienten über Magen-Darm-Beschwerden, Bindehautentzündung und Lymphknotenschwellungen. Folgeschäden am Nerven- oder Herz-Kreislaufsystem sowie langanhaltende Krankheitsverläufe sind mögich. Obwohl ein milder Verlauf der Krankheit häufig ist und die meisten Erkrankten vollständig genesen, sind schwere Verläufe mit Lungenentzündung, die über ein Lungenversagen zum Tod führen können, gefürchtet.

Neben dem Vermeiden einer Infektion durch Beachtung der AHA + A + L-Regeln (Abstand halten, Hygiene beachten, All- tagsmaske tragen, Corona-Warn-App herunterladen, regelmäßig lüften) bietet die Impfung den bestmöglichen Schutz vor einer Erkrankung.

Impfaufklärung BMG (09.12.20)

Wie wirksam ist die Impfung?

Der ausreichende Impfschutz beginnt 7 Tage nach der 2. Impfung. Nach derzeitigem Kenntnisstand sind etwa 95 von 100 geimpften Personen vor einer Erkrankung geschützt. Wie lange dieser Schutz anhält, ist derzeit noch nicht bekannt. Da der Schutz nicht sofort nach der Impfung einsetzt und auch nicht bei allen geimpften Personen vorhanden ist, ist es auch trotz Impfung notwendig, dass Sie sich und Ihre Umgebung schützen, indem Sie die AHA + A + L-Regeln beachten.

Impfaufklärung BMG (09.12.20)

Warum brauchen wir eine Impfstrategie?

Impfen ermöglicht es, eine Immunität in weiten Teilen der Bevölkerung zu erreichen. Damit soll sowohl einer Ausbreitung des Viruses begegnet, als auch mögliche gesundheitliche Folgen einer Erkrankung vermindert werden. Gleichzeitig ist die Entwicklung eines neuen Impfstoffes herausfordernd und kann viele Monate bis Jahre in Anspruch nehmen. Nach aktuellem Kenntnisstand sind die ersten Impfdosen für Thüringen für Januar 2021 angekündigt.

Zu Beginn werden jedoch vermutlich limitierte Mengen von verschiedenen Impfstoffen zur Verfügung stehen. Daher ist bei der Impfempfehlung durch die Ständige Impfkommission (STIKO) eine Priorisierung von vorrangig zu impfenden Personengruppen erforderlich

Aufgrund einer ersten Priorisierung von Zielgruppen, der begrenzten Anzahl an Impfstoffdosen, sowie besonderen Lagerungs- und Transportbedingungen ist in einer ersten Phase die Durchführung der Impfungen in zentralen Impfstellen und unter Einbeziehung von mobilen Teams sinnvoll. Sobald ausreichende Impfstoffmengen zur Verfügung stehen, wird angestrebt, die Impfaktivitäten in das Regelsystem übergehen zu lassen.

Nationale Impfstrategie des Bundesgesundheitsministeriums

Wo wird wann geimpft?

Pflegeheime

Die Impfungen begannen am 27. Dezember in sechs Thüringer Alten- und Pflegeheimen sowie in einigen Krankenhäusern. Auch an Wochenenden wird in Pflegeheimen und Krankenhäusern weiter geimpft. Neben dem Impf-Monitoring des RKI finden Sie hier eine aktuellere Übersicht zu Impfzahlen in Thüringen.

Impfstellen

Für einzelne Impfstellen wird in Abstimmung mit Landräten der Wechsel auf einen optimieren Standort geprüft. Die folgende Liste können Sie auch den Seiten des Thüringer Gesundheitsministeriums entnehmen:
 

Geöffnet ab dem 13. Januar

Schrittweise Öffnung ab dem 3. Februar

Erfurt
Helios Klinik, Nordhäuser Straße 74, 99089 Erfurt
Katholisches Krankenhaus, Haarbergstraße 70, 99097 Erfurt

Zeulenroda
Goetheallee 8, 07937 Zeulenroda

Jena
Ziegesarstraße 19, 07747 Jena (ehemalige Praxis)

Eisenberg
Waldkliniken Eisenberg, Klosterlausnitzer Straße 81, 07607 Eisenberg

Gera
Ärztehaus Bieblach, J.-R.-Becher Str. 1, 07549 Gera

Apolda
Stadthalle, Klause 1, 99510 Apolda

Pößneck
Krankenhaus Pößneck, Hohes Gässchen 8-10, 07381 Pößneck

Sömmerda
Leubinger Straße 5, 99610 Sömmerda

Schmölln
Klinik, Robert-Koch-Straße 95, 04626 Schmölln

Blankenhain
Krankenhaus, Wirtstraße 5, 99444 Blankenhain

Weimar
Mon ami, Goetheplatz 11, 99423 Weimar

Arnstadt
Rankestraße 2, 99310 Arnstadt

Sonneberg
Köppelsdorfer Straße 36, 96515 Sonneberg (alte Tanzschule)

Ilmenau
Am Stollen 48, 98693 Ilmenau (alte Schwimmhalle)

Bad Frankenhausen
KMG Klinik, An der Wipper 2, 06567 Bad Frankenhausen

Hildburghausen
Coburger Straße 22, 98646 Hildburghausen

Bad Langensalza
Hufeland Klinikum, Rudolph-Weiss-Straße 1-5, 99947 Bad Langensalza

Nordhausen
Stollbergstraße 131, 99734 Nordhausen

Eisenach
Mühlhäuser Straße 94, 99817 Eisenach (Container Klinikgelände)

Leinefelde
Händelstraße 10, 37327 Leinefelde (alte Schule)

Meiningen
Dr.-Romberg-Straße 1, 98617 Meiningen Dreißigacker

Mühlhausen
Lindenhof 6, 99974 Mühlhausen

Suhl
Friedrich-König-Straße 23, 98527 Suhl (Gewerberäume)

Bad Salzungen
Liebensteiner Straße 15, 36456 Barchfeld-Immelborn

Gotha
Kastanienallee 8, 99867 Gotha (ehemalige Praxis)

Schmalkalden
Siechenrasen 13, 98574 Schmalkalden

 

Jena
Volksbad, Knebelstraße 10, 07745 Jena

 

Gera
Bereitschaftsdienst-Praxis KVT, Ernst-Toller-Str. 14, 07549 Gera


 

Wann wird wer geimpft?

Zum 13. Januar 2021 beginnt die Öffnung der Impfstellen in Thüringen für Personen der Stufe „höchste Priorität“ – in Abhängigkeit der Impfstoff-Verfügbarkeit.

Die Terminvergabe erfolgt in einem ersten Schritt zunächst für Personen der Stufe „höchste Priorität“ oder für Personen, die für jene Personengruppe einen Termin vereinbaren wollen. Dabei handelt es sich nach den Vorgaben der Coronavirus-Impfverordnung um:

Priorität Stufe 1

  • Bewohner*innen von Senioren- und Altenpflegeheimen
  • Personen im Alter von ≥ 80 Jahren
  • Personal mit besonders hohem Expositionsrisiko in medizinischen Einrichtungen (z. B. in Not aufnahmen, in der medizinischen Betreuung von COVID-19-PatientInnen)
  • Personal in medizinischen Einrichtungen mit engem Kontakt zu vulnerablen Gruppen (z. B. in der Onkologie oder Transplantationsmedizin)
  • Pflegepersonal in der ambulanten und stationären Altenpflege
  • Andere Tätige in Senioren- und Altenpflegeheimen mit Kontakt zu den Bewohner*innen

ACHTUNG:

  • Pflegende Angehörige von über 80-Jährigen gehören nicht in die Klasse mit höchster, sondern hoher Priorität, und erhalten später Termine.
  • Für Patient*innen, die nicht gehfähig sind, nicht im Heim wohnen, das Haus nicht verlassen können und nicht auf Besuch verzichten wollen, gibt es aktuell lediglich die Möglichkeit, dass sich deren Angehörigen impfen lassen müssen. Diese fallen unter Prio 2 („hohe Priorität“).

    Die mobilen Impfteams fahren nur die Heime an. Die Impfung von Menschen, die nicht im Heim leben, kann nicht durch die mobilen Impfteams organisiert werden, da die Impfstoffbeschaffenheit dies nicht vorsieht.

    Den Impfstoff von BioNTech/Pfizer gibt es immer nur in 5er-Ampullen. Diese können nach der Öffnung fünf Tage im Kühlschrank liegen. Wenn man anfängt, die Ampullen aufzuziehen, müssen alle fünf Ampullen aufgezogen werden. Danach können sie nicht mehr transportiert und weiterverwendet werden.

    Die angesprochene Zielgruppe kann erst geimpft werden, wenn es einen Impfstoff gibt, der über die Regelversorgung zugelassen wird (analog zum Grippeimpfstoff.

Priorität Stufe 2

  • Personen im Alter von ≥75 – 79 Jahren
  • Personal mit hohem Expositionsrisiko in medizinischen Einrichtungen
  • Personen mit einer Demenz oder geistigen Behinderung in Institutionen
  • Tätige in der ambulanten oder stationären Versorgung von Personen mit Demenz oder geistiger Behinderung
  • Personen mit Down-Syndrom (Trisomie 21)

Priorität Stufe 3

  • Personen im Alter von ≥70 – 74 Jahren
  • Personen nach Organtransplantation
  • Personen mit Vorerkrankungen mit hohem Risiko
  • BewohnerInnen und Tätige in Gemeinschaftsunterkünften
  • Enge Kontaktpersonen von Schwangeren
  • Enge Kontaktpersonen bzw. Pflegende von Personen mit hohem Risiko
  • Personal mit moderatem Expositionsrisiko in medizinischen Einrichtungen und in Positionen, die für die Aufrechterhaltung der Krankenhausinfrastruktur besonders relevant sind
  • Teilbereiche des ÖGD

Priorität Stufe 4

  • Personen im Alter von ≥ 65 – 69 Jahren
  • Personen mit Vorerkrankungen mit moderat erhöhtem Risiko und deren engste Kontaktpersonen
  • Personal mit niedrigem Expositionsrisiko in medizinischen Einrichtungen
  • Lehrer*innen
  • Erzieher*innen
  • Personen mit prekären Arbeits- und/oder Lebensbedingungen

Priorität Stufe 5

  • Personen im Alter von ≥ 60 – 64 Jahren
  • Personal in Schlüsselpositionen der Landes- und Bundesregierungen
  • Beschäftigte im Einzelhandel
  • Beschäftigte zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit mit erhöhtem Expositionsrisiko
  • Berufsgruppen der kritischen Infrastruktur

Priorität Stufe 6

  • Alle übrigen Personen im Alter von < 60 Jahren

STIKO (14.01.21)

Mit wie viel Impfdosen kann Thüringen rechnen?

Die Lieferungen in Thüringen für die letzte Dezember- und die erste Januarwoche (zusammen 39.000 Impfdosen für 19.500 Personen) gingen zu etwa 80 Prozent an Thüringer Krankenhäuser. Dabei handelt es sich um Impfstoff für 16.850 Beschäftigte der Kliniken, die einem erhöhten Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind. Mitte Dezember ist dazu eine Bedarfsabfrage erfolgt, welche nun als Basis für die Verteilung dient. Mit Stand 6. Januar, 18 Uhr, haben 3.400 Krankenhausbeschäftigte eine Impfung erhalten, es erfolgen täglich weitere Impfungen. Das Universitätsklinikum Jena hat als erstes Krankenhaus angekündigt, bis spätestens Anfang nächster Woche sämtliche Impfdosen aufgebraucht zu haben. Auch die anderen Kliniken wollen im Laufe der nächsten Woche die erste Impfreihe abschließen.

Rund 20 Prozent der ersten Lieferungen, also Impfstoff für etwa 2.650 Personen, erhielten die mobilen Impfteams der Kassenärztlichen Vereinigung für den Einsatz in Alten- und Pflegeeinrichtungen. Die eingeplante Menge wird bis Ende dieser Woche komplett verimpft. Insgesamt sind damit in den zwei Wochen seit Impfbeginn 30 Einrichtungen versorgt worden.

In der Woche ab 11. Januar gehen von den 9.750 Impfdosen 5.200 an die mobilen Teams für Impfungen in Alten- und Pflegeeinrichtungen, 3.050 Impftermine sind in den ab 13. Januar geöffneten Impfstellen vereinbart und mindestens 1.500 Impfdosen gehen an weitere Krankenhäuser.

Ab 18. Januar verteilen sich die Impfdosen etwa hälftig auf die Impfstellen und die mobilen Teams: Für jede Woche sind 5.040 Termine in Impfstellen und 4.710 Erstimpfungen in Pflegeheimen vorgesehen. Zudem beginnen dann bereits die Zweitimpfungen in den Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern, in denen Ende Dezember die Erstimpfungen erfolgten. Dafür werden die für die Zweitimpfungen zurückgestellten Dosen verwendet. Das Verfahren mit diesem Verteilschlüssel zwischen Pflegeeinrichtungen und Impfstellen soll fortgesetzt werden, bis in allen Einrichtungen geimpft wurde. Ab dem 3. Februar öffnen schrittweise weitere Impfstellen.

Thüringer Gesundheitsministerium (07.01.)


Bis Ende Januar werden deutschlandweit 3-4 Millionen Impfdosen zur Verfügung stehen. Alle Lieferungen werden nach ihrem Bevölkerungsanteil an die Bundesländer verteilt (Deutschland : 40 = Thüringen --> bis 10.000 für Thüringen bis Ende Januar). Für das gesamte erste Quartal wird mit 11 bis 13 Millionen Impfdosen gerechnet (ca. 300.000 für Thüringen bis Ende März).

Wenn alle Impfstoff-Kandidaten zugelassen werden sollten, erhält Deutschland voraussichtlich insgesamt 300 Millionen Dosen (7,5 Millionen für Thüringen). Diese Zahl ergibt sich aus der Anzahl von Dosen, die wir aus den Verträgen der EU erhalten, und den Impfstoffdosen, die wir von deutschen Herstellern bekommen, die wir gefördert haben.

BMG (21.12.20)

Wie viele Impfungen sind in welcher Zeit möglich?

Kalkuliert wird im Durchschnitt mit fünf Minuten pro ärztlichem Aufklärungsgespräch inkl. impfvorbereitender Maßnahmen wie Desinfektion, Materialvorbereitung, Freimachung, etc. Das entspricht zwölf Impfungen pro Stunde, die in den Impfstellen angestrebt werden.

Geplant ist es, bei genügend Impfstoffvorrat die Impfstellen in zwei sechs-Stunden-Schichten zu öffnen, sodass wir am Ende die Möglichkeit haben, bis zu 12 Stunden täglich zu impfen. Das entspräche 144 Impflingen am Tag. Bei zwei Impfenden vor Ort sind dies 288.

Sofern alle Impfstellen acht Stunden täglich und an fünf Tagen der Woche mit zwei Impfberechtigten und einem Arzt oder einer Ärztin besetzt sind, ist ein Impfvolumen von wöchentlich bis zu 29.000 Impfungen möglich. Dieses kann im Idealfall noch erweitert werden, sofern genügend personelle Ressourcen vorhanden sind.

 

Welcher Nachweis muss für eine Impfung vorgelegt werden?

Die von der STIKO empfohlene Priorisierung von vorrangig zu impfenden Personengruppen sieht vor, dass in der ersten Phase sehr limitierter Impfstoffmengen vor allem Menschen über 80 Jahre, Bewohnerinnen und Bewohner von Alten-/Pflegeheimen und besonderes Gesundheitspersonal geimpft werden sollte. Damit entfiele für die erste Phase die Notwendigkeit, dass Hausärztinnen und Hausärzte eine Impfberechtigung ausstellen, da es entweder nur eines Altersnachweises oder Arbeitgebernachweises bedarf.

Das Alter als Impfindikation deckt bereits viele Vorerkrankungen ab, die von der Hausärztin bzw. vom Hausarzt nicht noch einmal bestätigt werden müssen. Die Frage, in welchen Fällen eine ärztliche Bescheinigung über die Impfberechtigung erforderlich sein kann, ist Gegenstand der aktuellen Abstimmung des Entwurfs der Verordnung zum Anspruch auf Schutzimpfung gegen das Coronavirus SARS-CoV-2.

BMG (28.12.20)


Als Nachweis für die Anspruchsberechtigung gelten laut Impfverordung: der Personalausweis oder ein anderer Lichtbildausweis. Für Bewohner von Pflege- und anderen Einrichtungen legen die Einrichtungen bzw. Unternehmen eine Bescheinigung vor. Menschen mit chronischen Erkrankungen erhalten ein ärztliches Zeugnis. Kontaktpersonen benötigen eine entsprechende Bestätigung der betreuten Person.

BMG (21.12.20)

Wer soll nicht geimpft werden?

Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren, für die der Impfstoff aktuell nicht zugelassen ist, sollen nicht geimpft werden. Da noch nicht ausreichende Erfahrungen vorliegen, ist die Impfung in der Schwangerschaft und Stillzeit derzeit nicht empfohlen.

Wer an einer akuten Krankheit mit Fieber über 38,5°C leidet, soll erst nach Genesung geimpft werden. Eine Erkältung oder gering erhöhte Temperatur (unter 38,5°C) ist jedoch kein Grund, die Impfung zu verschieben. Bei einer Überempfind- lichkeit gegenüber einem Impfstoffbestandteil sollte nicht geimpft werden: bitte teilen Sie der Impfärztin/dem Impfarzt vor der Impfung mit, wenn Sie Allergien haben. Personen, bei denen in der Vergangenheit eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus nachgewiesen wurde, müssen zunächst nicht geimpft werden, aber es spricht nichts gegen eine Impfung.

Impfaufklärung BMG (09.12.20)

 

Wie viele Impfungen brauche ich?

Für einen ausreichenden Impfschutz muss der Impfstoff zweimal im Abstand von 3 Wochen verabreicht werden. Dabei wird der Impfstoff in den Oberarmmuskel gespritzt.

Wer trägt die Kosten?

Die Impfung in den Impfzentren wird für die Bevölkerung kostenlos sein – unabhängig vom Versicherungsstatus. Auf Grundlage des 3. Bevölkerungsschutzgesetzes hat das BMG eine entsprechende Rechtsverordnung erarbeitet. Der Bund zahlt den Impfstoff. Die Kosten für den Aufbau und die Organisation der Impfzentren tragen die Länder und die gesetzliche Krankenversicherung (Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds) sowie  die Private Krankenversicherung. Wenn in der zweiten Phase in den Arztpraxen geimpft werden kann, übernehmen wie üblich gesetzliche und private Krankenversicherung die ärztliche Leistung.

BMG (21.12.20)

Was gibt es zu beachten: Verhalten, Risiken, Nebenwirkungen?

Wie verhalte ich mich vor und nach der Impfung?

Wenn Sie nach einer früheren Impfung oder anderen Spritze ohnmächtig geworden sind oder zu Sofortallergien neigen, teilen Sie dies bitte der Impfärztin / dem Impfarzt vor der Impfung mit. Dann kann sie / er Sie nach der Impfung gegebenenfalls länger beobachten. Zu anderen Impfungen soll ein Abstand von mindestens 14 Tagen eingehalten werden. Nach der Impfung müssen Sie sich nicht besonders schonen. Es besteht die Möglichkeit, Nebenwirkungen auch selbst zu melden: https://nebenwirkungen.bund.de
 

Welche Impfreaktionen können nach der Impfung auftreten?

Nach der Impfung mit dem mRNA-Impfstoff kann es als Ausdruck der Auseinandersetzung des Körpers mit dem Impfstoff zu Lokal- und Allgemeinreaktionen kommen. Diese Reaktionen treten meist innerhalb von 2 Tagen nach der Impfung auf und halten selten länger als 1 bis 2 Tage an. Sehr häufig werden bei den Geimpften in der bisher mehrmonatigen Beobachtungszeit Schmerzen an der Einstichstelle (bis zu 83 % der Geimpften), Abgeschlagenheit (bis zu 59 %), Kopfschmerzen (bis zu 52 %), Muskelschmerzen (bis zu 37 %), Frösteln (bis zu 35 %), Gelenkschmerzen (bis zu 22 %), Fieber (bis zu 16 %) und Durchfall (bis zu 11 %) berichtet. Erbrechen tritt häufig auf (bis zu 2 %), Lymphknotenschwellungen gelegentlich (weniger als 1 %). Die meisten Reaktionen sind bei älteren Personen etwas seltener als bei jüngeren Personen zu beobachten. Die Impfreaktionen sind zumeist mild oder mäßig ausgeprägt und treten etwas häufiger nach der zweiten Impfung auf.

Bei Schmerzen oder Fieber nach der Impfung können schmerzlindernde / fiebersenkende Medikamente (z. B. Paracetamol) eingenommen werden. Ihre Hausärztin / Ihr Hausarzt kann Sie hierzu beraten.


Sind Impfkomplikationen möglich?

Impfkomplikationen sind über das normale Maß einer Impfreaktion hinausgehende Folgen der Impfung, die den Gesundheitszustand der geimpften Person deutlich belasten. In den umfangreichen klinischen Prüfungen vor der Zulassung wurden nach Gabe des hier besprochenen mRNA-Impfstoffes keine Komplikationen wie zum Beispiel schwerwiegende Autoimmunreaktionen oder schwerwiegende neurologische Komplikationen im ursächlichen Zusammenhang mit der Imp- fung berichtet. Grundsätzlich können aber – wie bei allen Impfstoffen – in sehr seltenen Fällen eine Überempfindlichkeitsreaktion (allergische Sofortreaktion bis hin zum Schock) oder andere Komplikationen nicht ausgeschlossen werden.

Wenn nach einer Impfung Symptome auftreten, welche die oben genannten schnell vorübergehenden Lokal- und Allgemeinreaktionen überschreiten, steht Ihnen Ihre Hausärztin/ Ihr Hausarzt selbstverständlich zur Beratung zur Verfügung. Bei schweren Beeinträchtigungen begeben Sie sich bitte umgehend in ärztliche Behandlung.

Impfaufklärung BMG (09.12.20)


Impfstellen

Wo kann ich mich impfen lassen?

Für einzelne Impfstellen wird in Abstimmung mit Landräten der Wechsel auf einen optimieren Standort geprüft. Die folgende Liste können Sie auch den Seiten des Thüringer Gesundheitsministeriums entnehmen:
 

Geöffnet ab dem 13. Januar

Schrittweise Öffnung ab dem 3. Februar

Erfurt
Helios Klinik, Nordhäuser Straße 74, 99089 Erfurt
Katholisches Krankenhaus, Haarbergstraße 70, 99097 Erfurt

Zeulenroda
Goetheallee 8, 07937 Zeulenroda

Jena
Ziegesarstraße 19, 07747 Jena (ehemalige Praxis)

Eisenberg
Waldkliniken Eisenberg, Klosterlausnitzer Straße 81, 07607 Eisenberg

Gera
Ärztehaus Bieblach, J.-R.-Becher Str. 1, 07549 Gera

Apolda
Stadthalle, Klause 1, 99510 Apolda

Pößneck
Krankenhaus Pößneck, Hohes Gässchen 8-10, 07381 Pößneck

Sömmerda
Leubinger Straße 5, 99610 Sömmerda

Schmölln
Klinik, Robert-Koch-Straße 95, 04626 Schmölln

Blankenhain
Krankenhaus, Wirtstraße 5, 99444 Blankenhain

Weimar
Mon ami, Goetheplatz 11, 99423 Weimar

Arnstadt
Rankestraße 2, 99310 Arnstadt

Sonneberg
Köppelsdorfer Straße 36, 96515 Sonneberg (alte Tanzschule)

Ilmenau
Am Stollen 48, 98693 Ilmenau (alte Schwimmhalle)

Bad Frankenhausen
KMG Klinik, An der Wipper 2, 06567 Bad Frankenhausen

Hildburghausen
Coburger Straße 22, 98646 Hildburghausen

Bad Langensalza
Hufeland Klinikum, Rudolph-Weiss-Straße 1-5, 99947 Bad Langensalza

Nordhausen
Stollbergstraße 131, 99734 Nordhausen

Eisenach
Mühlhäuser Straße 94, 99817 Eisenach (Container Klinikgelände)

Leinefelde
Händelstraße 10, 37327 Leinefelde (alte Schule)

Meiningen
Dr.-Romberg-Straße 1, 98617 Meiningen Dreißigacker

Mühlhausen
Lindenhof 6, 99974 Mühlhausen

Suhl
Friedrich-König-Straße 23, 98527 Suhl (Gewerberäume)

Bad Salzungen
Liebensteiner Straße 15, 36456 Barchfeld-Immelborn

Gotha
Kastanienallee 8, 99867 Gotha (ehemalige Praxis)

Schmalkalden
Siechenrasen 13, 98574 Schmalkalden

 

Jena
Volksbad, Knebelstraße 10, 07745 Jena

 

Gera
Bereitschaftsdienst-Praxis KVT, Ernst-Toller-Str. 14, 07549 Gera

Ich bin nicht gehfähig, wie komme ich an eine Impfung?

  • Zu den 29 Impfstellen werden 15 mobile Impfteams im Einsatz sein, die vor allem nicht gehfähige Personen in Pflege- und Altenheimen impfen sollen. Für die mobilen Impfteams wird auf die Hilfsorganisationen zurückgegriffen, die in Analogie zu den mobilen Abstricheinheiten vertraglich gebunden werden sollen. Optional können die mobilen Impfteams gemeinsam mit den die jeweiligen Einrichtungen betreuenden Hausärzt*innen und deren Teams die Impfungen durchführen.
     
  • Für Patient*innen, die nicht gehfähig sind, nicht im Heim wohnen, das Haus nicht verlassen können und nicht auf Besuch verzichten wollen, gibt es aktuell lediglich die Möglichkeit, dass sich deren Angehörigen impfen lassen müssen. Diese fallen unter Prio 2 („hohe Priorität“).

    Die mobilen Impfteams fahren nur die Heime an. Die Impfung von Menschen, die nicht im Heim leben, kann nicht durch die mobilen Impfteams organisiert werden, da die Impfstoffbeschaffenheit dies nicht vorsieht.

    Den Impfstoff von BioNTech/Pfizer gibt es immer nur in 5er-Ampullen. Diese können nach der Öffnung fünf Tage im Kühlschrank liegen. Wenn man anfängt, die Ampullen aufzuziehen, müssen alle fünf Ampullen aufgezogen werden. Danach können sie nicht mehr transportiert und weiterverwendet werden.

    Die angesprochene Zielgruppe kann erst geimpft werden, wenn es einen Impfstoff gibt, der über die Regelversorgung zugelassen wird (analog zum Grippeimpfstoff; aktuell hat AstraZeneca das meiste Potential dafür, aber auch dies ist keine Sicherheit).

Welche Kriterien müssen die Räumlichkeiten erfüllen?

Die Räumlichkeiten müssen über ausreichend Platz für mindestens ein Impfteam, einen Anmelde- und einen Warte-bereich unter Einhaltung der geltenden Abstandsregelungen verfügen. Darüber hinaus müssen sie die Voraussetzungen für entsprechende Wegeführungen erfüllen.

Zu welchen Zeiten werden die Impfstellen geöffnet sein?

Geplant ist eine Öffnung Montag bis Freitag zwischen sechs und zwölf Stunden: Im ersten Monat voraussichtlich nur eine sechs-Stunden-Schicht, um mit dem Impfstoff auch die Folgeimpfung nach drei Wochen abdecken zu können. Bei Vorhandensein von ausreichend Impfstoff, soll für die Dauer zwei sechs-Stunden-Schichten geöffnet sein.

Ob und wie schnell wir auch an den Wochenenden und Feiertagen impfen werden, hängt vom Vorhandensein des Impfstoffes ab.


Personal

Wer führt die Impfungen durch?

Die Impfungen können grundsätzlich von entsprechend geschultem ärztlichen und medizinischen Personal durchgeführt werden.

Sofern es die Räumlichkeiten ermöglichen, ist eine Besetzung je Impfstelle wie folgt geplant:

  • mindestens 1 Arzt/Ärztin,
  • 2 impfberechtigte nicht-ärztliche Fachkräfte sowie
  • 2 Mitarbeitende am Check-In, sog. Impfstellen-Manager, die sich um die gesamten organisatorischen Abläufe innerhalb der Impfstelle kümmern und als Ansprechpartner für den Pandemiestab der KVT zur Verfügung stehen.

Wie viele Personal wird für die Impfstellen benötigt?

Bei 5 Personen pro Impfstelle plus 15 mobilen Teams á 2-3 Personen werden ca. 200 Personen ärztlicher und nicht-ärztlicher Berufe benötigt. Bei Zweischichtbetrieb sind es ca. 400 Personen.

Soweit die Theorie. Die Realität ist allerdings eine andere: 1.300 Ärztinnen und Ärzte sowie weitere 500 Personen fachmedizinischer Berufe (06.01.21) haben ihre Bereitschaft zum Impfen signalisiert. Die Rückmeldungen zur Verfügbarkeit beziehen sich teilweise nicht nur auf die Regionen, in denen die Meldenden regulär praktizieren. Mancherorts gibt es allerdings weiterhin einen Bedarf. Ob der finale Bedarf abgedeckt ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Wenn täglich an allen Impfstellen und durch die mobilen Impfteams mehrere Stunden geimpft werden soll, muss jede Stunde, jede Impfstelle und jedes Team/jede Schicht abgedeckt sein. Weiterhin müssen wir mögliche personelle Ausfälle kompensieren können, vor allem, wenn wir mit einem Betrieb von mehreren Monaten rechnen müssen. Bei Vorliegen entsprechender Impfstoffmengen besteht zudem die Möglichkeit, die Öffnungszeiten der Impfstellen auszuweiten.

Woher kommt das Personal?

Die KV Thüringen hat ihre Mitglieder, die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte Thüringens, via E-Mail, wöchentlichem kvticker (Newsletter) und Internetseite zur Bereitschaft aufgerufen und tut dies fortwährend.

 


Terminvergabe

Brauche ich einen Termin zum Impfen?

Ja. Es gibt ein Terminvergabesystem, bei dem der Anfragende bestätigen muss, dass er oder sie über einen entsprechenden Nachweis einer zu priorisierenden Gruppe verfügt. Sollte er oder sie diesen dann zum Impftermin nicht vorlegen können, verfällt der Anspruch auf diesen Termin und der nächste rückt vor.

Die Terminvergabe ist geöffnet:

  • seit 30.12.20 online
  • seit 04.01.21 telefonisch über die 03643-49 50 49 0

Wie läuft die Terminvergabe ab?

Die Terminvergabe erfolgt priorisiert über eine Internetseite sowie telefonisch:

  1. online auf www.impfen-thueringen.de.

    ⇒ zur Zusammenfassung (PDF)
     
  2. telefonisch unter der Telefonnummer 03643/4950490

    Erreichbarkeit: Montag, Dienstag, Donnerstag von 8 – 17 Uhr & Mittwoch und Freitag von 8 – 12 Uhr

Bei der Vereinbarung des Impftermins über die Website bzw. Telefonnummer erfährt die Person, wann sie wo geimpft wird. Durch ein Netz von 29 Impfstellen und 15 mobilen Impfteams ist gewährleistet, dass i.d.R. entweder wohnortnah oder bei Bewohner*innen von Alten-/Pflegeheimen durch ein mobiles Impfteam geimpft werden kann.

 


Weiterführende Informationen

Informationen von öffentlichen Institutionen

Die Informationslage zur Impfung gegen SARS-CoV-2 in Thüringen aktualisiert sich laufend. Wir verweisen Sie dazu auf die Internetseiten folgender Einrichtungen:


Informationen von Krankenkassen

Vor dem Hintergrund des Starts der ersten Corona-Impfungen in Deutschland erweitern Krankenkassen ihre Informationsangebote rund um das Coronavirus:

  • AOK PLUS - Unter der kostenfreien Servicenummer 0800 2266550 informiert ein 55-köpfiges Team aus Ärzten und medizinisch ausgebildetem Fachpersonal rund um die Uhr zur Corona-Impfung.
  • BARMER - Die kostenlose Hotline 0800 84 84 111 steht uneingeschränkt allen Bundesbürgerinnen und -bürgern rund um die Uhr zur Verfügung.
  • BKK - Hotline zum Coronavirus: 0211 9065 – 666
  • DAK - Täglich rund um die Uhr ist folgende Rufnummer geschlatet: 040 325 325 800. (Sie zahlen lediglich den Anruf zum Ortstarif).
  • IKK classic - Kostenlose Beratung zu medizinischen Fragen rund um die Corona-Impfung: Versicherte erreichen die medizinische Hotline an sieben Tagen in der Woche rund um Uhr unter der kostenfreien Rufnummer 0800 455 1000.
  • KKH - Gesundheitshotline: 089 95 00 84 188 (auch bei Fragen rund um das Coronavirus)
  • TK - 0361 - 573 32 11 88, montags bis donnerstags von 8 bis 16 Uhr und freitags von 8 bis 15 Uhr.