Für Ihre Gesundheit

kvt Kassenärztliche
Vereinigung Thüringen

Situation in Thüringen

Offiziell: Thüringer Corona-Verordnung (gültig vom 30.08. bis 30.09.2020)

Am 30. August trat eine neue Thüringer Verordnung in Kraft. Im Vergleich zur aktuellen Verordnung vom 16. Juli 2020 gibt es nur kleine Änderungen. Alle wichtigen Regeln zum Infektionsschutz bleiben auch weiterhin in Kraft.

"Besuche in Pflegeeinrichtungen/besondere Wohnformen für Menschen mit Behinderungen

Für Besuche in Pflegeeinrichtungen und in besonderen Wohnformen für Menschen mit Behinderungen gilt ab dem 30. August folgendes Stufenkonzept, das sich am aktuellen Infektionsgeschehen orientiert:

  • Stufe 1: Besuchsbeschränkungen sind grundsätzlich aufgehoben, sofern es aktuell kein aktives SARS-CoV-2-Infektionsgeschehen vor Ort gibt.
  • Stufe 2: Gibt es in einem Landkreis oder in einer kreisfreien Stadt wieder vermehrt Neuinfektionen mit SARS-CoV-2 (oberhalb des Schwellenwerts von 35 Infektionen je 100 000 Einwohner), gilt folgende Regelung: höchstens zwei zu registrierende Besucher je Patient/in oder Bewohner/in täglich für insgesamt höchstens bis zu zwei Stunden
  • Stufe 3: Gibt es aktuell ein aktives SARS-CoV-2-Infektionsgeschehen in einer Einrichtung, sind Besuche verboten. Ist es möglich das Infektionsgeschehen in einer betroffenen Einrichtung räumlich und personell von anderen Bereichen zu trennen, gilt das Besuchsverbot nur für den vom Infektionsgeschehen betroffenen Bereich.

Angebote für Menschen mit Behinderungen

  • Menschen, bei denen ein erhöhtes Risiko für einen schweren COVID-19-Krankheitsverlauf besteht, dürfen freiwillig und auf eigenen ausdrücklichen Wunsch wieder Werkstätten für Menschen mit Behinderungen, Tagesstätten, Angebote anderer Leistungsanbieter nach § 60 SGB IX und alle Formen von Förderbereichen betreten und an den Angeboten teilnehmen.
  • Leistungen der interdisziplinären, heilpädagogischen und überregionalen Frühförderstellen sowie der heilpädagogischen Praxen können sowohl als Einzelfördermaßnahme als auch in festen Gruppen mit einer fest zugeordneten Fachkraft erbracht werden.

Öffnung von Angeboten/Veranstaltungen

Öffentlich geförderte Theater und Orchester können ihren Spielbetrieb auch in geschlossenen Räumen wieder aufnehmen. Ebenso sind – nach Vorlage eines entsprechenden Infektionsschutzkonzeptes –

  • Tanzdarbietungen und -vorführungen, Schautänze, jeweils mit sitzenden Zuschauern,
  • Volkstanz, sofern feste Gruppen mit namentlich bekannten Teilnehmern gewährleistet sind,
  • kulturelle Tanzveranstaltungen wie Abibälle, Debütanten- oder Abschlussbälle,

möglich.

Bei Veranstaltungen unter freiem Himmel muss ein Infektionsschutzkonzept nur vorgehalten und nicht vorgelegt werden. Veranstaltungen mit mehr als 100 Personen müssen mindestens zwei Tage vorher bei der zuständigen Behörde angezeigt werden.

Dienstleistungen in Prostitutionsstätten

Sexuelle Dienstleistungen in Prostitutionsstätten an denen nicht mehr als zwei Personen gleichzeitig beteiligt sind, sind bereits seit dem 20. August wieder möglich.

Zur Freigabe der sexuellen Dienstleistungen in Prostitutionsstätten wird darauf hingewiesen, dass nach den geänderten Regelungen der Zweiten Thüringer SARS-CoV-2-Infektionsschutz-Grundverordnung vor Aufnahme sexueller Dienstleistungen in Prostitutionsstätten ein ordnungsgemäßes Infektionsschutzkonzept gemäß den gesetzlichen Vorgaben der §§ 3 bis 5 der Zweiten Thüringer SARS-CoV-2-Infektionsschutz-Grundverordnung zu erstellen und dem örtlich zuständigen Gesundheitsamt schriftlich vorzulegen ist. Hierfür sieht die Verordnung eine Frist von einer Woche vor. Es wird in der Übergangszeit dringend empfohlen, vor der Ausübung und Anbietung sexueller Dienstleistungen mit dem zuständigen Gesundheitsamt Kontakt aufzunehmen, um die inhaltlichen Einzelheiten des Infektionsschutzkonzepts und seiner Vorlage an das Amt abzuklären; in Absprache mit dem Gesundheitsamt kann auch abgesprochen werden, ob die Frist ggf. abgekürzt werden kann.

    Private Feiern

    Nicht öffentliche Veranstaltungen sowie private oder familiäre Feiern müssen ab dem 30. August

    • in geschlossenen Räumen mit mehr als 50 Personen oder
    • unter freiem Himmel mit mehr als 100 Personen

    mindestens zwei Werktage vor Veranstaltungsbeginn angezeigt werden.

    Weiterhin geschlossene Angebote/Veranstaltungen

    Untersagt bleiben weiterhin:

    • Tanzklubs, Diskotheken etc.
    • sexuelle Dienstleistungen in Prostitutionsfahrzeugen/ bei Prostitutionsveranstaltungen sowie Swingerklubs und ähnliche Angebote

    Eine Lesefassung der neuen Verordnung ist unter www.tmasgff.de/covid-19/verordnung veröffentlicht."

    Weiterführende Links:

    Zusammengefasst: Die Lage in Thüringen

    Tägliches Leben

    • Kontaktbeschränkungen gelten nicht mehr. Es wird allerdings weiterhin empfohlen, sich nur mit Personen eines weiteren Haushalts zu treffen und mit nicht mehr als zehn weiteren.
    • Das Abstandsgebot von mindestens 1,50 Metern ist weiter einzuhalten. Eine Verletzung des Gebots kann laut Bußgeldkatalog mit 100 Euro geahndet werden.
    • Im öffentlichen Nahverkehr, in Taxen, in Geschäften und anderen ähnlichen Bereichen gilt weiterhin die Maskenpflicht. Kinder bis zum sechsten Lebensjahr sind ausgenommen. Auf den Mund-Nase-Schutz verzichten dürfen auch Menschen, denen das Tragen wegen einer Behinderung, gesundheitlicher oder anderer Gründe nicht möglich oder zumutbar ist. Auf Verletzungen der Maskenpflicht steht ein Bußgeld von 60 Euro.
    • Wer aus dem Ausland aus einem Risikogebiet nach Thüringen einreist, muss in häusliche Quarantäne. Die Bestimmung gilt für alle Personen, die innerhalb von 14 Tagen vorher in einem solchen Risikogebiet waren. Sie müssen auch zuständige Behörden wie das Gesundheitsamt informieren. Ausnahmen gelten etwa für systemrelevante Berufsgruppen.

    Kinder

    • Mit Beginn des Schuljahrs 2020/21 sollen alle Schulen im Regelbetrieb laufen und auch die Kindergärten ab September wieder reguläre Betreuungszeiten haben. Schüler und Lehrer müssen im Unterricht keine Masken tragen. Sie sind aber überall da Pflicht, wo Menschen auf engem Raum zusammenkommen. So gilt die Maskenpflicht weiter für Schulbusse und auf den Fluren der Schulen. Die Schutzmaßnahmen sollen in einem Ampel-System je nach Infektionslage angepasst werden.
    • Kindern mit Erkältungssymptomen darf der Besuch in Kita und Hort nicht mehr verweigert werden. Damit müssen Eltern nicht mehr bei jedem Schnupfen zum Kinderarzt.

    Freizeit

    • Private Feiern müssen ab einer Teilnehmerzahl von 50 in geschlossenen Räumen beim Gesundheitsamt mindestens zwei Tage vorher gemeldet werden. Private Feiern im Freien müssen ab 100 Teilnehmern angezeigt werden.
    • Gaststätten und Kneipen können öffnen. Betreiber müssen Hygiene- und Schutzkonzepte entsprechend den Landesvorgaben haben. Das gleiche gilt für Hotels. Im Außenbereich müssen Gaststätten und Restaurants keine Daten ihrer Gäste mehr erfassen.
    • Schwimmbäder, Fitnessstudios, Saunas und andere Sport- und Freizeiteinrichtungen können ebenfalls öffnen, mit Hygiene- und Schutzmaßnahmen.
    • Konzerthäuser und Kinos dürfen öffnen, Orchester- und Theateraufführungen in geschlossenen Räumen stattfinden. Neben den grundsätzlichen Infektionsschutzmaßnahmen müssen hier ein kontrollierbarer Zu- und Abgang und eine Teilnahme ausschließlich auf Sitzplätzen gewährleistet werden. Es gelten Infektionsschutzregeln wie das Abstandhalten.
    • Diskotheken und Klubs sind weiter geschlossen.
    • Prostitutionsstätten sind weiter geschlossen. Seit 30. Augustsind unter bestimmten Voraussetzungen sexuelle Dienstleistungen aber erlaubt, an denen nur zwei Menschen beteiligt sind.

    Öffentliches Leben

    • Demonstrationen sind ohne Beschränkungen der Teilnehmerzahl möglich. Infektionsschutzauflagen müssen aber eingehalten werden.
    • In Krankenhäusern dürfen Patienten pro Tag von maximal zwei - zu registrierenden - Menschen besucht werden. Die Höchstdauer liegt bei insgesamt zwei Stunden.
    • Besuche von Patienten in Krankenhäusern, Pflegeheimen und Behinderteneinrichtungen sind erlaubt. Die Beschränkung auf pro Tag zwei Besuche für maximal zwei Stunden in Pflegeheimen gilt nicht mehr.
    • Werk- und Tagesstätten für Menschen mit Behinderungen dürfen von Angehörigen einer Risikogruppe wieder betreten werden, wenn dies freiwillig geschieht.
    • Bei öffentlichen Veranstaltungen in geschlossenen Räumen müssen die Kontaktdaten der Teilnehmer erfasst werden. Volks-, Dorf-, Stadt-, Schützen- oder Weinfeste, Tanz- und Sportveranstaltungen sowie Festivals sind möglich, wenn die Gesundheitsbehörden die Erlaubnis erteilen. Unter anderem sind auch Abschlussbälle erlaubt, wenn ein Infektionsschutzkonzept vorliegt.
    • Das Verbot von Großveranstaltungen, bei denen Kontaktverfolgung und die Einhaltung der Hygieneregeln nicht gewährleistet werden können, ist bis zum 31. Dezember verlängert. Ausnahmen soll es in Regionen mit sehr geringen Infektionszahlen geben und wenn nur Menschen aus der Umgebung teilnehmen.
    • Zoos, Botanische Gärten, Museen und Galerien sind wieder offen. Es gelten aber ähnliche Auflagen wie in anderen öffentlichen Bereichen.
    • Messen, Ausstellungen und Spezialmärkte sind erlaubt, wenn genehmigte Infektionsschutzkonzepte vorliegen.
       

    Zusammengefasst durch MDR Nachrichten für Thüringen

    Im Einzelnen: Corona-Tests für Reiserückkehrer

    Reiserückkehrer aus Risikogebieten sind verpflichtet, sich auf eine Infektion mit dem Corona-Virus testen lassen. Das hat das Bundesgesundheitsministerium (BMG) festgelegt. Sie müssen sich nach Ihrer Rückkehr außerdem unverzüglich nach Hause in Quarantäne begeben und beim Gesundheitsamt melden. Ab 1. Oktober werden Rückkehrer aus Risikogebieten frühestens am fünften Tag nach ihrer Einreise getestet. Der Test ist für die Personen kostenfrei.

    Die Tests (Rachen- und Nasenabstrich, danach Laboruntersuchung des Sekrets) sind möglich: zu Hause über das Gesundheitsamt, einen Abstrichstützpunkt oder den Arzt.
    ACHTUNG! Die Abstriche sind keine vertragsärztliche Leistung. Sie werden zwar von vielen Ärzten angeboten. Sie können den Abstrich jedoch nicht von Ihrem Arzt verlangen.

    Und so funktioniert es in Thüringen:

    • Wenn Sie nicht bereits bei der Einreise eine Test-Möglichkeit nutzen konnten, rufen Sie nach Ihrer Rückkehr die kostenfreie Rufnummer 116117 an und lassen sich einen Termin für einen Test bei einem Abstrichstützpunkt geben. Halten Sie einen Beleg dafür bereit, dass Sie aus dem Ausland zurückgekehrt sind (z. B. das Flugticket oder eine Hotelrechnung).
    • Gehen Sie zum Termin zum Abstrichstützpunkt. Vermeiden Sie dort den Kontakt zu anderen Patienten.
    • Bitte gehen Sie nicht selbstständig zum Abstrichstützpunkt oder zum Arzt, da Sie dann möglicherweise andere Personen gefährden!
    • Vermeiden Sie den Kontakt zu anderen Personen, bis Sie ein negatives Testergebnis vorliegen haben.
    • Bei einem positiven Testergebnis melden Sie sich bitte unbedingt bei Ihrem Gesundheitsamt.

    Gilt ein Test aus dem Urlaubsland?

    Tests aus dem Urlaubsland gelten, wenn sie:

    • nicht älter als 48 Stunden sind,
    • den in Deutschland üblichen Tests entsprechen.

    Fragen Sie bitte ggf. bei Ihrem Gesundheitsamt nach.

    Welche Länder bzw. Regionen zählen als Risikogebiet?

    Das Robert-Koch-Institut (RKI) weist Länder als Risikogebiet aus, in denen entweder eine bestimmte Zahl an Infektionen pro Bevölkerung überschritten ist oder sich die Zahl der Infektionen nicht kontrollieren lässt. Die Liste wird durch das RKI regelmäßig aktualisiert und im Internet veröffentlicht. Die jeweils aktuelle Liste finden Sie über diesen Link zum RKI.

    Informationen des Bundesgesundheitsministeriums

    Das Bundesgesundheitsministerium informiert auf einer Themenseite über Einzelheiten zu Tests für Reiserückkehrer. Hier geht es zur Themenseite des BMG.

     

    Rund um den Arztbesuch

    • Beachten Sie bitte die Hinweisschilder zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung beim Betreten einer Arztpraxis.
    • Schieben Sie wichtige Behandlungstermine und Operationen nicht mehr auf.